Kampagne #1: Sollen Kopfschüsse normal werden?

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Der israelische Soldat und Sanitäter Elor Asarja wurde dabei gefilmt, wie er in Hebron den nach der Abwehr seines Messerattentats verletzt am Boden liegenden 21-jährigen Abd al-Fatah Jusri al-Scharif gezielt und ohne Not durch Kopfschuss tötete. Dies kann hier angesehen werden: http://m.btselem.org/firearms/20160324_soldier_executes_palestinians_attaker_in_hebron

Die Mehrheit der jüdischen Israelis ist gegen eine Bestrafung des Soldaten, in flagranter Missachtung zivil- und kriegsrechtlicher Normen. Viele Israelis nennen Asarja einen Helden. Siehe dazu hier z.B. eine Bürgerversammlung in Asarjas Heimatstadt Ramleh: http://www.alternet.org/grayzone-project/watch-israelis-rally-soldier-who-executed-palestinian-rage-netanyahu-not-cheering

Schon im Januar 2016 verlangte die schwedische Außenministerin Margot Wallström wegen ähnlich problematischer Exekutionen seit Beginn der „Messer-Intifada“ eine internationale Untersuchung der außergerichtlichen Tötungen in Israel. Diese Initiative griffen weder die deutsche noch die EU-Politik auf.

Daher möchten wir Sie zu einer koordinierten Aktion ermuntern: Bitte schreiben Sie an den EU-Parlamentspräsidenten Martin Schulz, an unseren Außenminister Frank-Walter Steinmeier, an Bundestagsabgeordnete Ihres Wahlkreises sowie an weitere Personen Ihrer Wahl, dass Sie die Initiative der schwedischen Außenministerin unterstützen: Internationale Untersuchung der mehr als 200 durch israelische bewaffnete Kräfte durchgeführten außergerichtlichen Exekutionen seit Oktober 2015.

Mit unseren vorbereiteten Links und Texten (s.u.) dauert das keine zwei Minuten und kann große Wirkung zeigen!

Weiterhin: Der Mann, der die Ermordung al-Scharifs filmte, als Korrespondent der israelischen Menschenrechtsorganisation B’Tselem, ist der Hebroner Emad Abu-Schamsija. Er wird nun von rechtsradikalen Israelis als Denunziant verunglimpft und bedroht. Setzen Sie sich bitte für Abu-Schamsija ein, überlegen Sie bitte, ob er für eine Einladung nach Deutschland oder eine Preisverleihung für investigativen Journalismus in Frage kommt.

Wichtig: Bitte setzen Sie uns CC (info@bib-jetzt.de), wenn Sie Mails schreiben, oder mailen Sie uns Kopien Ihrer Schreiben, damit wir einen Eindruck von der Resonanz unserer Kampagnen erhalten und an Verbesserungen arbeiten können.



Hier geht es zum vorformulierten Anschreiben, das Sie natürlich gerne individuell bearbeiten können:

Sehr geehrter Herr EU-Parlamentspräsident Schulz / Herr Außenminister Steinmeier / Frau/Herr Abgeordnede/r …… ,

mit Entsetzen beobachten wir seit Beginn der sogenannten „Messer-Intifada“ die Zunahme außergerichtlicher Tötungen auf israelischem und palästinensischem Gebiet: Seit Oktober 2015 gab es über 200 solcher Tötungen durch israelische bewaffnete Sicherheitskräfte – die Details sind Ihnen sicher bekannt.

Auf politischer Ebene wurde bisher nur von der schwedischen Außenministerin Margot Wallström eine internationale Untersuchung dieser Exekutionen angeregt, aber nie umgesetzt. Wir möchten Sie daher dringend auffordern, Frau Wallströms Initiative seitens der EU aufzugreifen und klar zu diesen Vorgängen Stellung zu beziehen. Aus meiner Sicht werden durch solche Tötungen, denen oft Minderjährige zum Opfer fallen, Menschenrechte massiv verletzt. Dies kann die EU nicht kommentarlos hinnehmen, zumal uns Europäer engste Beziehungen mit Israel verbindenden. Damit diese nicht eines Tages zerbrechen, müssen wir von Israel die Einhaltung rechtsstaatlicher und völkerrechtlicher Normen fordern.

Bitte lassen Sie mich wissen, was die EU in dieser dringenden Angelegenheit zu unternehmen gedenkt. Vielen Dank für Ihren Einsatz!

Mit freundlichen Grüßen,

(Ihren Namen nicht vergessen!)



Diese Links können Sie für Ihr Anschreiben verwenden:



Jedes Schreiben zählt! Vielen Dank für Ihr Engagement!

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8 Gedanken zu “Kampagne #1: Sollen Kopfschüsse normal werden?

  1. Ausgezeichnete Initiative mit bekannten friedliebenden Mitgliedern. ich bin Oesterreicherin und habe dasselbe Anliegen, auch fuer unsere Regierung. Dieser Konflikt MUSS geloest werden, denn er hat das Verhaengnis sich immer mehr auszuweiten. Es geht tatsaechlich um die Zukunft unserer Menschheit. Liebe Gruesse Frigga

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  2. Liebe BIB Engagierte!

    Mit großem Interesse und großer Anteilnahme hab ich alle über das Kairos Netzwerk erhaltenen Informationen über Ihre Initiative gelesen und hab mich auch gleich an den angegebenen Aktivitäten in Bezug auf die außergerichtliche Exekutionen in Israel/Palästina teilgenommen. So eine Initiative war überfällig. Ihre Website hat mich sehr angesprochen und die Lebensbeschreibungen der Menschen, die die Idee von BIB entwickelt und die Initiative ergriffen haben, haben mich sehr berührt.
    Ich bin zwar schon 81 und lebe südlich von München auf dem Land, aber über Internet bin ich noch mit der Welt verbunden und nutze die entsprechenden Möglichkeiten.

    Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen, dass Sie mit Ihrer Initiative Erfolg haben, denn die Situation ist sowohl für die Israelis selbst als vor allem auch für die Palästinenser unerträglich und verstößt eklatant gegen die Menschenrechte.
    Mit aufrichtigen und neu gestärkten Friedensgrüßen,
    Annemarie Jacobs

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  3. Liebe Gründungsmitglieder der BIB Initiative,
    herzlichen Dank für die Information dieser wichtigen Initiative, die wir sehr begrüßen und unterstützen.

    Herzliche Grüße
    Gesine Janssen
    Kairos-Palästina-Solidaritätsnetz Deutschland – AK Emden

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  4. Liebe BIB-Aktivisten,
    freue mich sehr über diese Gründung und Euren Blog mit konkreten Kampagnen-Aktionen. Zum ersten Mal sehe ich für mich eine Möglichkeit, in diesem so festgefahrenen und weltweit ausstrahlendem Konflikt einen Unterschied zu machen. Mein Feedback an Euch ist, dass ich den Eindruck habe, Ihr schafft den schwierigen Spagat zwischen Visionären und Pragmatikern. Zumindest mich habt Ihr aus meiner tiefen Resignation gerissen, was diesen Krieg angeht.
    Ich habe die empfohlenen drei Emails verschickt und war positiv überrascht, innerhalb von drei Stunden eine persönliche Antwort vom Auswärtigen Amt erhalten zu haben. Nicht vom Minister persönlich, aber das habe ich auch nicht erwartet und wäre eh nicht authentisch, sondern vom Referatsleiter Naher Osten, der das Engagement des AA für eine Zwei-Staaten-Lösung schilderte. Auf die konkreten außergerichtlichen Exekutionen und die Initiative der schwedischen Außenministerin ging er allerdings nicht explizit ein. Von Martin Schulz bisher nichts und leider ist Herr Dobrindt „mein Abgeordneter“ und aus seinem Dieselabgasnebel ist da wohl nichts zu erwarten… Wäre ganz interessant, wenn andere hier ihre Erfahrungen kommentieren und wir vergleichen.
    Friedensgruß aus Oberbayern, Vincent Gründler

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  5. Mit dem Text zu Kampagne #1 konnte ich mich idenifizieren und habe ihn an Martin Schulz und Frank Walter Steinmeier an die angegebenen Adressen geschickt und eine Empfangsbestätigung erhalten. Meinen Freunden habe ich gleichzeitig eine kritische Analyse von Obamas Rede in Hannover geschickt, zu finden in den „Nachdenkseiten“, und die Besorgnis erregende Warnung (in englisch) des bedeutenden amerikanischen Wissenschaftlers und früheren Staatssekretärs unter Reagan, Paul Craig Roberts, vor einem dritten Weltkrieg.

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